WOLKENKUCKUCKSHEIM – CLOUD-CUCKOO-LAND – VOZDUSHNYI ZAMOK: Georg Franck (Wien): Die Architektur: Eine Wissenschaft?

04.2009

Die Frage, ob die Architektur als Wissenschaft angesprochen werden kann, hängt von der Art des Problems ab, dessen Lösung von ihr erwartet wird. Das, was die Architektur sowohl von anderen Ingenieurwissenschaften als auch von anderen Disziplinen der Kunst unterscheidet, ist, dass sie sowohl den Bedürfnissen des physischen Lebens als auch Bedürfnissen des psychischen Erlebens zu dienen hat. Weil sie diesen beiden Arten von Bedürfnissen gerecht werden muss, hat ihre Recherche sowohl an der wissenschaftlichen Forschung im engeren Sinn als auch an der künstlerischen Forschung teil. Anders als die Wissenschaft im engeren Sinn hat die Kunst nicht mit analysierbaren Problemen und mit Hypothesen zu tun, die sich durch Messung testen lassen. Allerdings heißt das nun nicht, dass die künstlerische Recherche ohne systematisches Forschen und Erproben auskommen müsste. Es existieren evolutionäre Weisen der Problemlösung, und es existiert ein Prozess, der auf lange Sicht kanonische Lösungen künstlerischer Probleme ermittelt. Das Papier geht der Frage nach, was es für die Architektur bedeutet, von diesen beiden divergenten Ressourcen der Erkenntnis effektiven und effizienten Gebrauch zu machen.

(zum vollständigen Aufsatz)

Pinakothek der Moderne: ERÖFFNUNG MUSEUM BRANDHORST

03.2009

Erster Publikumstag: 21.05.2009

Mit dem Museum Brandhorst gewinnt das Kunstareal ein weiteres Glanzstück hinzu: Die Sammlung von Udo und Anette Brandhorst besteht aus über 700 Werken der modernen und aktuellen Kunst, darunter bedeutende Arbeiten von Cy Twombly, Andy Warhol, Sigmar Polke und Bruce Nauman. Allein von Andy Warhol lassen sich zahlreiche Arbeiten vom Beginn seiner Karriere Mitte der 1960er Jahre bis zu seinem Spätwerk Ende der 1980er Jahre entdecken. Mit über 60 Werken und damit der größten Sammlung außerhalb der USA, ist Cy Twombly vertreten. Der bedeutendste Künstler ist jedoch der Amerikaner Cy Twombly: Einen Höhepunkt des Hauses bildet der für seinen zwölfteiligen Gemäldezyklus »Lepanto« konzipierte Saal.

Schon jetzt sind die Münchner von der bunten Fassade aus 36 000 Keramikstäben fasziniert, die den vom Freistaat Bayern finanzierten Bau der Berliner Architekten Sauerbruch Hutton zum Wahrzeichen machen. Das Haus setzt zudem neue Maßstäbe in der Klima- und Lichttechnik: die ausgeklügelte Technologie der Wärmeregulierung sowie das konsequent umgesetzte Tageslicht-Konzept sind vorbildlich für jeden energiesparenden Museumsbau.

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Außenansicht Museum Brandhorst Foto: Andreas Lechtape 2008 | © Museum Brandhorst

visdpr:

Tine Nehler, M.A. Pressereferentin Leitung Kommunikation | Head of press department Public Relations Pinakothek der Moderne und Bayerische Staatsgemäldesammlungen mit dem Museum Brandhorst Kunstareal Barer Straße 29 | D-80799 München Tel: ++49|89 23805-253 FAX:++49|89 23805-125

aut.architektur und tirol: Wolfgang Tschapeller: Dellen, Beulen und Mantas

03.2009

Vortrag Donnerstag, 26. März 2009, 20:00 Uhr

Der in Wien lebende Architekt Wolfgang Tschapeller arbeitet konsequent daran, Räume neu zu definieren. Viele seiner Überlegungen und Inhalte konnte er mit dem 2002 fertig gestellten Verwaltungsgebäude der Bezirkshauptmannschaft in Murau zusammenfassen und umsetzten. Wesentlich ist ihm, dass der Ursprung seiner Projekte nicht unbedingt aus einem architekturinternen oder architekturhistorischen Kalkül kommt und die Projekte auch nicht als erkennbare Funktionen eines Raumprogramms oder der Ökonomie der Konstruktion entstehen.

“Die öffentlichen Auftraggeber sind nicht neugierig, sie sind todmüde. Und ich denke hier ist es wesentlich, dass der Ursprung unserer Projekte nicht unbedingt aus einem architekturinternen oder architekturhistorischen Kalkül kommt. Die Projekte entstehen auch nicht als erkennbare Funktionen eines Raumprogramms oder der Ökonomie der Konstruktion. Wir bewegen uns sicher nicht in der Architekturgeschichte und können uns auch nicht auf diese Geschichte berufen. Das existiert für uns nicht mehr. Ich glaube nicht einmal, dass wir die Architekturgeschichte lesen könnten.

Der theoretische Körper, von dem ich mich sozusagen ernähre, besteht jetzt aus vielen Stücken, aus den Romanen von J. G. Ballard, den Geschichten von Phillip K. Dick, oder Mellissa Scott und Neil Stevenson, dann Sonic Youth, die Filme von Michael Snow oder Martin Arnold, ich erinnere mich an die Tagebücher von K. H. Stockhausen und an die Räume und Holzplattformen in der Konstruktion der Williamsburgh Bridge in New York. Das ist kein Monument der Architekturgeschichte, es ist jedoch ein Konglomerat auf das ich mich theoretisch beziehen kann, weil es zwischen den Disziplinen oszilliert.

Ich möchte die Dinge komplex formulieren, das macht mir Spaß. Es ist das Flüstern des architektonischen Körpers.” (Wolfgang Tschapeller)

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bild: lukas schaller

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visdpr.:
aut. architektur und tirol

im adambräu. lois welzenbacher platz 1
6020 innsbruck. austria
t +43.512.57 15 67
f +43.512.57 15 67-12

DAZ: ARCHICZECH: Aktuelle Tschechische und Prager Architektur

03.2009

26 März 2009 – 07 Mai 2009

Architekturfestival mit Ausstellungen und Veranstaltungen im Deutschen Architektur Zentrum DAZ, Tschechischen Zentrum Berlin und in Botschaft der Tschechischen Republik.

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ARCHICZECH präsentiert im Rahmen der Tschechischen EU-Ratspräsidentschaft 2009 mit fünf Ausstellungen an drei Berliner Orten die Facetten und Hintergründe zeitgenössischer Architektur in Tschechien: Die Retrospektive VERA & VLADIMÍR MACHONIN zeigt Bauten des Paares aus den 1960er und 1970er Jahren, die heute als Stilikonen gelten. GENERATION+ porträtiert die Arbeitsweise ihrer und darauf folgender Architektengenerationen mit Blick auf das jeweils herrschende politische Regime. Seit dem Ende des Kommunismus vor zwanzig Jahren haben Tschechiens Architekten der Hauptstadt Prag ein neues, modernes Gesicht verliehen, das die Ausstellung NEW FACE OF PRAGUE abbildet. Gleichzeitig ist ein neues Bewusstsein für ökologisches und energieeffizientes Bauen entstanden, dass eine große Bandbreite nachhaltiger Projekte hervorgebracht hat, die die Ausstellung GREEN ARCHITECTURE.CZ dokumentiert. Heute ist es vor allem die junge Generation, die die Architekturlandschaft formt. Im Dialog zwischen jungen Architekten aus Prag und Berlin zeigt INTERCITY BERLIN-PRAHA Parallelen und Unterschiede der beiden Metropolen.

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aut. architektur und tirol: nimm 3 “Gretl Köfler, Liesbeth Waechter-Böhm und Ute Woltron: Architekturkritik ist Nach- und Vordenken über Architektur”

03.2009

Ein “nimm 3″, das die Architekturpublizistik als wichtigen Teil der Architekturentwicklung würdigen und zum Dialog ermutigen möchte.

3 Kurzvorträge und Diskussion mit

Gretl Köfler, Liesbeth Waechter-Böhm, Ute Woltron

Moderation: Wolfgang Pöschl

Im Mittelpunkt des von Wolfgang Pöschl, Architekt und Vorstandsmitglied von aut, zusammengestellten und moderierten Abends mit den drei Publizistinnen Gretl Köfler, Liesbeth Waechter-Böhm und Ute Woltron steht das Schreiben über Architektur.

“Eine lebendige Architekturkritik und Architekturpublizistik sind der unentbehrliche Spiegel einer spannenden Architekturszene; eines bedingt das andere. Architekturkritik ist nichts anderes als Nach- und Vordenken über Architektur. Trotzdem haben wir Architekten ein eher eigenartiges und verkrampftes Verhältnis zum Schreiben über Architektur und zur Architekturkritik. Dieses ?nimm 3′ will die Architekturpublizistik als wichtigen Teil der Architekturentwicklung würdigen und zum Dialog, zur Reaktion ermutigen.

Aus der Vielzahl profilierter und interessanter Architekturkritikerinnen fällt meine subjektive – aber nicht zufällige – Wahl auf drei, die ein guter Anfang wären, sich auch über dieses ?nimm 3′ hinaus mit dem Thema auseinander zu setzen.

Gretl Köfler hat mit oft schon gefährlich direkten Artikeln die Entfaltung einer zeitrichtigen Architektur in Tirol auf dem hierzulande recht steinigen Mediengelände stets nach Kräften unterstützt und ist auch in Fragen zur (Bau-)Geschichte eine unerschöpfliche Quelle.

Liesbeth Waechter-Böhm ist für mich seit ihrer Ö1-Sendung ,Der Baukasten’, die lange Zeit ein Fixpunkt meines Wochenablaufes war, die ?Stimme der Architektur’; ich halte sie auch in sprachlicher Hinsicht für einen Maßstab beim Schreiben über Architektur.

Ute Woltron steht für eine widerständige, auch politisch und sozial engagierte

Architekturkritik. Am Beispiel des Wiener Zentralbahnhofes hat sie zuletzt vorgeführt, was Architekturkritik zur richtigen Zeit am richtigen Ort bewirken kann.

gk, lwb und uwo werden jeweils für sie selbst wichtige und denkwürdige Kritiken und Texte wie Architekturprojekte vorstellen.” wp

Gretl Köfler

geb. 1937; Archivarin; langjährige Mitarbeiterin der Kulturredaktion der Tiroler Tageszeitung und des BAUforum; zahlreiche Publikationen zur Tiroler Geschichte, Architektur und Literatur

Liesbeth Waechter-Böhm

geb. 1946 in Wien; Kunst- und Architekturpublizistin; 1984 – 93 Radiosendung “Baukasten”; seit 1991 Kritikerin der “Presse” (spectrum); 1994 – 99 Chefredakteurin von “Architektur aktuell”; zahlreiche Publikationen u. a. Monografien über Heinz Tesar, Baumschlager & Eberle und Wilhelm Holzbauer

Ute Woltron

geb. 1966; Architekturstudium an der TU-Wien; seit 1988 Journalistin bei trend, profil, seit 1989 Der Standard, seit 1999 ORF Kulturradio Ö1; lebt als freie Journalistin in Niederösterreich und Wien